Brut-
und Aufzuchtanlagen
Fischbrutanlagen
in Zwingen (Schälloch) und Aufzuchtanlagen an der Ergolz, der Birs, im
Dalbe-Dych. 25 Bäche (ca. 35 km) im Baselbiet in denen nicht gefischt, sondern die
als Aufzuchtbäche genutzt werden.
Für diese
wichtige Aufgabe zur Erhaltung des Lebens in unseren Fliessgewässern
werden unentgeltlich durch die Fischer jährlich ca. 3000 Arbeitsstunden
geleistet.
«Bachputzete»
(Hege und Pflege)
In
den meisten der 10 Vereinen sind bis 10 Fronarbeitsstunden pro Jahr eine der
Bedingungen zum Erhalt einer Fischerkarte. Diese Arbeitsstunden werden
zum grössten Teil für die Reinigung unserer Gewässer von Wohlstandsmüll
gebraucht. Wer einmal dabei war, weiss, dass jährlich containerweise
Plastik, Büchsen, Velos, Bettfedern u. a. m. aus den Gewässern entfernt
werden. Wir fühlen uns verpflichtet diese Dienstleistung, der Natur und
der Bevölkerung unseres Kantons zuliebe, auszuführen. Für «Bachputzete»
werden jährlich über 1500 Arbeitsstunden geleistet.
Schonmassnahmen
Die
Fischbestände an den Seitengewässern des
Rheins
werden seit über 25 Jahren im Kanton Baselland bewusst geschont.
Selbstverständlich wird ohne Widerhaken gefischt und das
Forellenschonmass, welches gesetzlich bei 22 cm Länge festgelegt ist,
wurde freiwillig von den Fischern auf 26 cm gesetzt. Von Mitte Oktober
bis Ende Februar ist jeweils Schonzeit für die Forellen. Im
Durchschnitt gehen die Baselbieter Fischer 8 x jährlich fischen und behändigen
im Durchschnitt jährlich 8 Fische! ! ! ! Jeder Fischer hat eine
Statistik auszufüllen. Die Fischer setzen ein Mehrfaches an Fischen
ein, als sie selbst den Gewässern entnehmen.
Kontrollen
am Gewässer
Alle
Vereine bilden freiwillige Kontrolleure aus,
welche
nicht nur das waidgerechte Fischen ihrer Kollegen überprüfen, sondern
auch die Wasserqualität und die Kanalisationseinläufe an den Bächen
kontrollieren. Ebenfalls engagieren wir uns für die Funktionsfähigkeit
der Fischpässe. Für diese Tätigkeiten wenden die Fischer gegen 800 Std.IJ.
auf.
Aus-
und Weiterbildung
In
den Vereinen erhalten nur Fischer ein Patent,
welche die
schweizerische Fischerprüfung erfolgreich abgeschlossen haben. Jährliche
Jungfischerkurse, Göttis, welche Jungfischer am Bach begleiten, und
Jungfischertage werden in den Vereinen kostenlos durchgeführt. Pro Jahr
profitieren ca. 80 junge und Junggebliebene Leute von diesen
Dienstleistungen. Daneben haben wir in der Vergangenheit viele
Ausbildungs- Tagungen durchgeführt, um die komplizierten Zusammenhänge
der festgestellten wesentlichen Rückgänge der Fischbestände besser
verstehen zu können und die Bewirtschaftung der Fischgewässer den
aktuellen Situationen anzupassen.
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Revitalisierungen
Bereits
vor 1977 haben die Fischer begonnen, Teilstrecken
an der Birs und der Ergolz zu revitalisieren. 1986 wurden an der Birs
erste Hinterwasser gebaut, um den begradigten Bächen wieder mehr
Struktur
zu geben. Es
folgten viele Projekte im Laufental,
an der Ergolz (Schöntal
und in Lausen) und in Münchenstein. An der Birs wurden umfangreiche
Planungen in Auftrag gegeben. Tausende von Arbeitsstunden und weit über
Fr. 100000.- haben die Fischer in diese Revitalisierungs-Initiativen
investiert und zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons realisiert.
Naturnahe Bachlandschaften verbessern den Erlebnis- und Erholungswert in
den wichtigen Naherholungsgebieten in dichtbesiedelten Räumen. Die
Wasserqualität wird in solchen Bachlandlandschaften verbessert, weil
auch die Selbstreinigungskraft der Gewässer verbessert wird.
Kulturelle
Angebote an die Öffentlichkeit
Bereits
1977 haben wir mit der Ausstellung «Fisch
und
Fang 77» in Aesch begonnen in der öffentlichkeit für die Fischerei zu
werben. Es folgten AussteIlungen in der Mustermesse Basel und in
Liestal.
Fischpräparate
aller schweizerischen Fische können heute noch als Leihgabe im
Naturhistorischen Museum Basel besichtigt werden. Viele Veröffentlichungen
folgten, zuletzt die vom Kantonalverband Baselland in Zusammenarbeit mit
der Verwaltung erarbeiteten Broschüre «Fischerei im Kanton
BaselLandschaft»,
Grundlagen und Wege zur nachhaltigen Förderung und Nutzung der
Fischbestände. Von den Fischern jährlich organisierte Fischessen in
den Gemeinden fördern die Verbundenheit der Fischer mit der Bevölkerung.
Schriften des KFVBL und SFV
• Aufgaben und Ziele KFVBL
(2001)
• Grundlagen und Wege zur
nachhaltigen Förderung und Nutzung der Fischbestände (Juni
1999)
• 25 Jahre Kantonaler
Fischereiverband Baselland (2003)
• FIPAL, Aufzuchtsgruppe,
Instruktion (2003)
• SFV - Richtlinien des
Schweizerischen Fischereiverbandes zur fischereilichen
Bewirtschaftung der Fliesgewässer (2003) <auch über Internet
sfv-fsp.ch
abrufbar>
• Ethik - Kodex SFV
• Fischnetz (dem Fischrückgang
auf der Spur) (2004)
• Konzept für die
"Fischereiliche Bewirtschaftung der Fliessgewässer
Baselland" (mit Bonitierung Birs). (2005)
• Entwicklung der Gänsesäger in
der Schweiz (www.111er-club.ch,
Verfasser: Dr. med. vet. M. Escher, 2005) |